1559 schrieb der Kundschafter Stoffl Scheit, er habe zu Khuchinmos gehaust. 1591 ist Oswald Pinggera Wirt zu Kochlmos (G. A. Tabland). 1695 haben Petter-Niedermayrs Kinder das Kochlmosgueth samt Padhaus inne und die Gerechtigkeit, Wirtschaft zu halten. Nach der am 3. Juni 1741 neu aufgerichteten Dorfordnung war Matthias Niedermayr Kochemoser. 1779 besitzt Peter Tscholl eine Behausung, Kochenmoos genannt, samt Stadel und Stallung, nächst darunter eine Stöcklbehausung, das Badhäusl betitelt, grundzinsbar dem Spital Meran. Soweit zur Urgeschichte.
1905 erschütterte ein brutaler Raubmord das Kochenmoos. Die Wirtsleute Köllemann wurden im Schlafzimmer mit einem Handbeil erschlagen. Anschließend schnitt man ihnen die Kehle durch. Die Mordwaffe blieb am Tatort zurück. Sogar die Einstiegsleiter blieb am offenen Fenster stehen. Die Köllemanns waren kinderlos, Kellnerin und Hausmeister mussten das verwaiste Haus verlassen. Die Wirtsleut wurden im Ortsfriedhof zu Tschars zur letzten Ruhe gebettet. Die Hinterlassenschaft wechselte wieder den Besitzer. Valentin Pircher aus Naturns führte den Gastbetrieb bis 1912. Soweit zum schwärzesten Teil der Geschichte.
In der Folge entwickelte sich das Kochenmoos zu einem beliebten Ausflugsziel für Einheimische und Durchzugstouristen. Die vorzügliche Wiener Küche der damaligen Wirtin Maria Plack (vulgo Tante Marie) und die junge, tüchtige Kellnerin Philomena Fleischmann machten das Haus weit über die Talgrenze hinaus bekannt. Das Kochenmoos war ein bekannter, gutgehender Gasthof mit einer Besonderheit: Er hatte eine Heilquelle! Schwefel-, Eisen- und Arsenheilbäder halfen gegen Rheuma, Arthritis und Kreislauf-störungen. Der Kellnerin Philomena bekam das Wasser besonders gut.
Sie überlebte 3 weitere Besitzer bzw. Nachkommen der Tante Marie, bevor sie nach über 50 Jahren treuer Pflichterfüllung als Kellnerin das Kochenmoos verließ.
Bis in die sechziger Jahre stand das Badhaus, welches drei Badewannen enthielt, unterhalb der Landstraße. Auf der Oberseite stand der Stadel und das Bauernhaus. 1969 kaufte die Familie Spornberger den Gasthof Bad Kochenmoos und investierte in die neuzeitlichen Bedürfnissen. Heute ist das Kochenmoos ein bekannter und gern besuchter Gasthof mit einer Besonderheit: Die Heilquelle! So wie man sich im früheren Badhaus mit den heilenden Quellen verwöhnte, ist das Frischwasser vom „K“ auch heute noch für seine allgemein wohltuende Wirkung bekannt.